Landungssteg in Chieming am Chiemsee im Chiemgau. Landungssteg in Chieming am Chiemsee im Chiemgau.

Götterdämmerung

Er ist die weltweit bekannteste bayerische Persönlichkeit: König Ludwig II. Im Jahr 2011 jährt sich sein tragischer Tod zum 125. Mal. Das Haus der Bayerischen Geschichte nimmt dies zum Anlass für eine große Landesausstellung. Erstmals werden hierfür nicht ausgebaute Räume des Schlosses Herrenchiemsee, die bisher nicht zugänglich waren, geöffnet.

GötterdämmerungGötterdämmerung

Er gehört zu den berühmtesten Persönlichkeiten der europäischen Geschichte. Und die ganze Welt bewundert seine Schlösser. 125 Jahre nach seinem Tod präsentiert die Bayerische Landesausstellung 2011 die Geschichte eines „Unzeitgemäßen“, der zur Ikone der Moderne wurde: König Ludwig II. von Bayern.

Die Besucher der Landesausstellung erleben ein Drama des Landes und seines Königs, erzählt nach dem Muster der klassischen Tragödie. Die spektakuläre Bühne: das Neue Schloss Herrenchiemsee, das Ludwig II. ab 1878 als Denkmal einer absoluten Herrschaftsidee entstehen ließ. Erstmals in der Geschichte werden die unvollendeten Zimmerfluchten für das Publikum geöffnet.

1. Akt: Wie Ludwig König wurde

Als Thronfolger wuchs Ludwig in einer „Parallelwelt“ auf. Der schöne junge Prinz probte die Rollen seines Lebens, als sein Vater König Maximilian II. plötzlich starb. Mit nur 18 Jahren kam Ludwig II. 1864 an die Regierung – in einem schicksalhaften Jahrzehnt für Bayern und Europa.

2. Akt: Wie der König Krieg führen musste und einen Kaiser über sich gesetzt bekam

Ein kriegerisches Zeitalter: 1866 verlor Bayern an der Seite Österreichs gegen Preußen, 1871 siegte es an der Seite Preußens gegen Frankreich. Die Ausstellung zeigt die brutale Realität, den industriellen Krieg – und den berühmten „Kaiserbrief“ Ludwigs. Bayern verlor seine Selbstständigkeit. Und der König zog sich in seine Fantasiewelten zurück.

3. Akt: Wie der König seine Gegenwelten schuf

Von der Realität enttäuscht, errichtete sich Ludwig II. eine Gegenwelt. Im Theater begegnete er den von ihm verehrten historischen Gestalten und Mythen. Seine Schlösser beschworen die Vergangenheit: Neuschwanstein verherrlichte das christliche Königtum des Mittelalters. Das auf der Insel Herrenchiemsee errichtete Neu-Versailles war ein „Tempel des
Ruhmes“ für König Ludwig XIV. von Frankreich. Seine Schlösserprojekte wurden für Ludwig zur eigentlichen Realität,
Ausdruck seines geistigen Lebens und Orte seiner hohen Idee vom Königtum. Diesem Ideal erwies er Reverenz durch höchsten handwerklichen
und künstlerischen Anspruch.

4. Akt: Wie Ludwigs Königreich modern wurde

Bayern im Deutschen Reich: Anders und fremd, katholisch und urwüchsig, bewundert und verachtet, fügte es sich nur widerwillig in den uniformierten Einheitsstaat. Es war ein wenig wie sein König. Dabei brach es die Dämme in die moderne Zeit. Zukunftsweisende Erfindungen, vor allem in Chemie und Elektrizität, führten Bayern an die Spitze des Fortschritts.

5. Akt: Wie Ludwig starb und zum Mythos wurde

Ludwig am Ende seiner Zeit: Das Bild des strahlenden Monarchen wurde überschattet von Gerüchten über Schulden und Geisteskrankheit. Die Absetzung schien der letzte Ausweg. Mit dem rätselhaften Tod des Königs am 13. Juni 1886 im Starnberger See endet das Drama. Eine Epoche geht zu Ende, der Mythos entsteht: die Götterdämmerung, König Ludwig „Superstar“. Mit James Dean, Marilyn Monroe und Michael Jackson zählt er weltweit zu den Ikonen der Moderne.

Unsere Kontaktdaten

Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen
Herrenchiemsee
Schloss Nymphenburg, Eingang 16
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